etwas Materialkunde

 

Das Leder hatte in unserer Geschichte schon immer einen wichtigen Stellenwert. Schon in der Urzeit bedeckten sich die Menschen bekanntlich mit Fellen. Man entdeckte schon früh, dass man die Häute von Tieren durch verschiedene Arten der Gerbung haltbar machen und zu Leder transformieren kann. Nicht nur Kleidung, sondern eine Vielzahl von Gebrauchsgegenständen wurde bereits in dieser Zeit angefertigt, wie etwa Lederbeutel und Taschengürtel, wie sie zB. beim Ötztalmann gefunden wurden.

 

 

Auch in der Antike und im Mittelalter war der Rohstoff Leder aus dem Alltag aller Schichten nicht wegzudenken. Schwerthüllen, Zaumzeug für Pferde und Zugtiere, Lederflaschen, Bucheinbände, Geldbeutel, Kleidung, Gürteltaschen und vieles mehr waren überall im Gebrauch.

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das Lederhandwerk in der Neuzeit

 

Die Spanier brachten Ende des 15. Jhd. Pferde nach Amerika, und mit ihnen auch Sättel und anderes aus Leder. Man fing an, Lederartikel in Amerika nach europäischer Art zu fertigen. So kam das Handwerk nach Argentinien, Mexiko und Texas, und von dort über ganz Nordamerika wo sich die verschiedenen spanischen Verzierungs- und Flechttechniken eigenständig und unterschiedlich entwickelten. Und so wurde aus einer orientalischen Kunst und spanischer Flechttechnik ein wichtiger Teil des berühmten Amerikanischen Westens.

Natürlich war Leder auch weiterhin im neuzeitlichen Europa allgegenwärtig, bis Mitte des 20. Jht billige Kunststoffe teilweise den Platz des Leders einnahmen. Zu dem wurde auch das Pferd von Automobilen abgelöst, wodurch das Sattlerhandwerk zwar nicht ausstarb, jedoch sehr selten geworden ist.

 

 

Punzierungen 

 

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"Leder punzieren" oder "Lederschnitzen" versteht man die Kunst, die Oberfläche von Leder 3 dimensional zu verzieren. Dabei werden mit Hilfe eines Drehmessers die Konturen des gewünschten Designs eingeschnitten und mit Hilfe von Stahlstempeln -den Punzen- die Ränder des Schnittes in die Tiefe geschlagen. Dabei entsteht nach und nach ein 3 dimensionaler Effekt. Diese Technik ist nur bei rein pflanzlich gegerbten Leder anwendbar. Der Ursprung dieser Technik liegt im Orient.

 

 

Handnähte 

 

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Die Handnaht, insbesondere die Sattlernaht, hat einen großen Vorteil gegenüber einer Maschienennaht: sie geht nicht auf! Maschienennähte haben gewöhnlich keinen gesichterten Anfang und Ende und können sich mit der Zeit lockern und lösen. Die Handnaht ist gesichert und und ist sowohl am Afang als auch am Ende fest verschlossen. Zusätzlich ist jeder einzelne Stich mit Hilfe der 2 Nadeltechnik verknotet. Das hat zur Folge, dass sich die Naht auch dann nicht öffnet, wenn sie an einer Stelle durchgescheuert ist!

 

 

 

Leder 

 

vegetabil (=pflanzlich)  gegerbtes Rindsleder ist als einzige Lederart punzierbar und kann von Hand gefärbt werden. Ungefärbt ist es anfangs hautfarben, dunkelt aber sehr schnell durch Hitze- und Lichteinfluss nach und erhält so eine unverwechselbare Patina. Dieser Vorgang ist weder immitierbar noch rückgängig zu machen.  

 

Känguruleder ist, im Bezug auf seine geringe Dicke, einer der robustesten Lederarten der Welt, gleichzeitig aber auch das eleganteste. Dementsprechend ist der Preis einer Känguruhaut relativ hoch. Es wird vor allem in der Schuherzeugung verwendet, ein kleiner Prozentsatz des erzeugten Leders wird aber ebenso von Handwerkern und Peitschenmachern verwendet, für die diese Art von Leder unverzichtbar ist. Nachdem Kängurus onehin auch für den Verzehr gehalten werden, ist es selbstverständlich, dass auch die Häute der Tiere verwendet werden

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Auch heute ist Leder nach wie vor gefragt, wenn auch vielerorts aus Kostengründen mit billigen Kunststoffen ersetzt. Wer aber das Besondere sucht, setzt auf die gute alte Handarbeit, die durch ihre Optik besticht und deren Qualität überzeugt!



Kontakt: Indy@lederhandwerk.net